Zwischenseminar
Januar 21, 2010Liebe Leute,
tut mir Leid, dass sich hier so wenig tut auf meinem Blog, ich halte mich ran! Am Wochenende folgt der Zwischenbericht. Die letzte Woche hat unser Weltwärts-Team im Nationalpark Tayronain Santa Marta verbracht um ein Zwischenseminar in schönem Ambiente zu absolvieren. Dabei haben wir viel über unsere ERlebnisse in den ersten 4 Monaten geredet, Evaluationen gemacht und uns für die kommenden Monate neu gestärkt! Es war eine geniale Zeit, hat echt Spaß gemacht und der Park war ein Stück vom Himmel! Ich bin echt dankbar für diese Geschenke die ich hier durch Weltwärts und meine Unterstützer erhalte. Das Ergebnis des Zwischenseminars wird in meinem Zwischenbericht zu lesen sein. Bis dahin vergnügt euch an ein paar Bildern aus dieser Zeit!
Thomas
Quicknews
Dezember 30, 2009Hallo, tut mir leid, dass ich mich schon so lange nicht mehr gemeldet habe. Eigentlich waere jetzt demnaechst wieder ein Monatsbericht dran, jedoch haben wir im Januar ein Zwischenseminar von Weltwaerts und muessen dafuer einen Zwischenbericht von den ersten 3 Monaten schreiben. Das bedeutet, dass ich bald eine Zusammenfassung meiner bisherigen Zeit verfassen werde. Ich hoffe, das geschieht die naechsten Tage, da wir das bald schon brauchen nebenbei aber auch noch einige Dinge fuer dieses Seminar vorbereiten muessen. Zusaetzlich bekommen wir heir ein ca. 20-koepfiges Hilfsteam auf die Insel fuer drei Wochen, sodass wir damit auch noch einiges mehr zu tun haben werden. Damit ich aber meine Freunde und UNterstuetzer nicht ganz im Ungewissen ueber mich lasse, hier ein paar Neuigkeiten:
-Meinem Fuss gehts immer noch schlecht, obwohl er schon oefters behandelt wurde, der Weg zum Arzt bleibt wohl unausweichlich, vielleiht muss der ganze Nagel ab….
-Ich wurde 2-mal beklaut: Das erste Mal waren es 5 Leute die sich mich ausgesucht haben und fast erfolgreich meine Kamera aus meinem Rucksack haben klauen koennen, Gott sei Dank ist sie dem Dieb aber aus der Hand gefallen: Ich hab sie immer noch!!! Das Zweite mal wurde mir mein Handtuch geklaut, wobei “geklaut” vielleicht nicht ganz passend ist, da ich am Strand einen Spaziergang gemacht habe und mein Handtuch alleine gelassen hatte. Als ich zurueckkam, hatte ich leider kein Handtuch mehr! Halb so schlimm, ich hab noch ein Zweites!
-Ich durfte eine Hochzeit besuchen, da eine befreundete Familie mich und die anderen 2 Deutschen eingeladen haben. Das war sehr interessant, leider durften wir, sicherheitsbedingten Regeln wegen, nur bis 11 Uhr abends bleiben, gerade als es erst richtig anfing.
-Ich hatte heisse Weihnacht, war etwas anders als zuhause, aber dennoch schoen.
-Nach einem Tutti-Frutti-Marathon (Fruchtsalatgetraenk oder so) hab ich mir eine schoene Lebensmittelvergiftung eingeholt. Die Dinge auf der Strasse sehen einfach so lecker aus, da kann ich mich nciht zurueckhalten! Der Freund mit dem ich unterwegs war, musste sogar ins Krankenhaus, uns geht es aber beiden wieder gut. NUr ab und zu brodelt es in meinem Bauch, Amoeben? Hoffentlich nicht!
Ansonsten geht es mir echt gut hier, ich freue mich auf die Wochen die vor mir sind, es wird anstrengend aber es kommt auch ein wenig Abwechslung. Ich plane auch mit einem Dorfbewohner Englischunterricht/-nachhilfe anzubieten, sobald das umgesetzt wurde, wird berichtet. Ich wuensche allen die das hier lesen ein schoenes Neujahrsfest und ein gesegnetes neues Jahr!
Thomas
2.Rundbrief Oktober/November 09
November 21, 2009
Liebe Freunde, Verwandte und Unterstützer,
fast neun Wochen bin ich jetzt hier in Kolumbien… und fange so-langsam an mich hier einzuleben Deutschland erscheint einem sehr weit entfernt, die Distanz macht sich durch vielerlei Dinge bemerkbar. Der Kontakt zu Familie und Freunden hält sich sehr in Grenzen, wenige Neuigkeiten aus dem Umfeld, Politik und Leben in Deutschland
erreichen mich hier. Dafür kann ich mich . aber umso besser auf meine Tätigkeiten und mein Einleben hier im Dorf konzentrieren. Meine sprachlichen Fähigkeiten nehmen Schritt für Schritt Form an, Konversationen gehen teilweise schon über den hier üblichen Smalltalk hinaus. Das vereinfacht es einem ungemein sich hier besser einzuleben.
Die ersten Wochen waren zugegebenermaßen schwieriger als ich es erwartet hatte. Ich wurde mehrfach gewarnt, ich solle mich darauf einstellen, dass die ersten 3 Monate die schwierigsten würden. Dass es nicht leicht werden würde war mir selbstverständlich klar, dass es dann aber doch so schwierig werden würde hätte ich nicht für möglich gehalten. Woran die letztendlich genau lag ist so einfach nicht auszumachen. Einige Faktoren die da zu nennen wären, sind die klimatischen, kulturellen, beziehungstechnischen-, sprachlichen und allgemeinen Lebensbedingungen.
Mit den klimatischen Bedingungen hatte ich zu Beginn am meisten zu kämpfen. Die Hitze war eine wahrliche Hürde. Überraschenderweise scheint es, dass mein Körper sich ziemlich gut umgestellt hat, die Hitze ist weiterhin ein Problem, jedoch keines mehr, dass mir allzu sehr zu schaffen macht. Sehr anstrengend wird es wenn ich außerhalb der Station in der Sonne ohne Schatten arbeiten muss, was auch hin und wieder vorkommt. Die Arbeit ist für mich ebenfalls eine nicht geringe Umstellung, da hier Körpereinsatz gefragt ist. Schon allein das Wasserschleppen bringt mich heftig zum Schwitzen und dass das Wasser verdreckt ist macht es nicht gerade angenehmer. Momentan muss ich mich mit einer Nagelbettentzündung inklusiver einer Infektion am Fuß plagen. Es ist mittlerweile aber auch schon besser geworden, war aber eine äusserst schmerzvolle Angelegenheit. Somit ist die schwere körperliche Anstrengung anfangs mitunter das Schwierigste gewesen.
Teilweise sind manche Faktoren auch miteinander verwoben. So kann man die kulturellen und beziehungstechnischen Faktoren nicht getrennt betrachten, genauso wenig wie man hier Beziehung und Sprache (Kommunikation) voneinander trennen kann.
Viele Dinge die für mich als Deutschen unverständlich sind und mir komisch vorkommen sind auf kulturelle Hintergründe zurückzuführen. Manchmal sind es aber auch nur personenbezogene Eigenheiten, und dies zu unterscheiden ist oft nicht einfach, zumal man innerhalb von 2 Monaten eine Kultur nicht so genau kennen lernen kann um sich ein gesamtes Bild zu machen. Noch weniger, wenn es sich nicht nur um eine Kultur, sondern um mehrere verschiedene handelt: momentan leben hier Leute aus 5 Nationen: Chilenen, Mexikaner, US-Amerikaner, Deutsche und Kolumbianer!
Hinzukommt, dass Missverständnisse keine Seltenheit sind, wenn man die Sprache nicht gut beherrscht, was wiederum Auswirkungen auf die Beziehung haben kann. Darüber könnte ich ein ganzes Referat schreiben.
Die ersten drei Monate sollen die schwierigsten sein, wie ich schon schrieb. Zwei habe ich hinter mir, ich bin gespannt, ob der dritte tatsächlich auch so schwierig sein wird, meinem Gefühl nach, eher nicht mehr, aber lieber drauf gefasst sein.
Gott sei Dank, klappt es jetzt mit der Sprache soweit, dass man sich einbringen, ins Dorfgeschehen integrieren und Freundschaften aufbauen kann. Das ist für mich momentan das Interessanteste: Menschen kennen zu lernen und etwas mit ihnen zu unternehmen. So habe ich durch meine Leidenschaft zur Musik und dem Schlagzeugspielen schon einige Freundschaften schließen können, da uns dies verbindet. Beispielsweise habe ich mich schon mit zwei Jungs getroffen und wir haben gemeinsam Musik gemacht und sie haben mir tropische Rhythmen gezeigt und werden mir das jetzt beibringen, was für mich wirklich ein
großer Gewinn ist, so was aus erster Hand zu lernen, da diese Menschen mit dieser Musik aufgewachsen sind. Mir wurde zu Beginn der Tipp gegeben, dass ich mich einfach auf die
Beine machen und mit Menschen unterhalten solle. Für diesen Tipp bin ich sehr dankbar, da man so viel erfährt und einfach ein Teil von allem sein kann. Ich wurde auch schon von einigen nach Hause eingeladen, was ich selbstverständlich in Anspruch genommen habe. Diese Gastfreundschaft ist eine besondere Eigenschaft der Bocachiceños. Alle Häuser stehen offen, die Türen sind so gut wie nie verschlossen. Wenn nun eine ungeladene Person plötzlich im Haus steht, selbst wenn diese Person unbekannt ist, wird sich keiner wundern oder sich in seiner Privatsphäre verletzt fühlen. Im Gegenteil, man wird freundlich aufgenommen und bekommt sogleich was angeboten. Und das hat hier schon viel zu heißen, da die Menschen wirklich sehr arm sind.
Doch trotz ihrer Lebensumstände sind die meisten Menschen hier ständig am Lächeln und ständig freundlich zu mir.
Manchmal fällt es mir dennoch schwer, sie einzuschätzen. Ob es Hilfsbereitschaft betrifft, Freundschaften, Pünktlichkeit oder wie sie ihr Wort halten. Dazu einige Beispiele:
Grundsätzlich sind die meisten Menschen hier sehr hilfsbereit. Nicht nur uns Entwicklungshelfern gegenüber sondern allgemein, Arbeit wird hier gemeinsam verrichtet. Manchmal aber, wenn Hilfe am Nötigsten ist, scheint keiner verfügbar zu sein. Seit ich hier bin waren wir dreimal in Cartagena um Sand für den Bau der Klinik zu besorgen. Das ist eine schrecklich schwere Arbeit, besonders wenn man wie ich eher an Schreibtischarbeit gewöhnt ist! Nun ja, der Sand muss letztendlich vom Strand hoch zur Klinik getragen werden. Eine Gruppe von Jungs ist dann von sechs Uhr morgens auf den Beinen und arbeitet den ganzen, wirklich den ganzen Tag und zwar schwere körperliche Arbeit. Da meint man, dass es nicht zu viel verlangt ist, wenn ein paar Menschen beim letzten Arbeitsschritt helfen um den Sand nach oben zu befördern.
Leider war das jetzt alle drei Male so, dass die gleichen Leute die den ganzen Tag arbeiten auch diese Arbeit machen und nur eine handvoll Menschen mithilft, dagegen vielleicht 30 junge Männer direkt daneben oder auch gerne mittendrin Fußball spielen, uns versehentlich noch abschießen aber nicht auf die Idee kommen, mal Hand anzulegen. Dazu muss noch erläutert werden, dass es von der Missionsstation ein Projekt, den Plan Padrino, gibt, der es den armen Kindern ermöglicht, eine tägliche warme Mahlzeit und eine Schuluniform zu besorgen. Im Gegenzug hierzu wird verlangt, dass die jeweiligen Eltern sich bei solchen Aktionen beteiligen, um einen Teil beizutragen. Doch traurigerweise erscheinen von 90 Eltern vielleicht drei und stattdessen sind es die kleinsten Kinder ( sogar Zweijährige!!!!), die mit kleinen Eimern ankommen und helfen! Das kollidiert ein wenig mit dem anderen Bocachica, das ich kennen gelernt habe, da die Menschen hier wirklich hilfsbereit sind und Arbeit nicht scheuen!
Freundschaften: Für viele ist es was besonderes, einen Freund aus einem anderen Land zu haben, was auch verständlich ist. Anfangs hatte ich aber manchmal Angst, dass das Zweckfreundschaften sein könnten, da hier allgemein angenommen wird, dass die (weißen)
Ausländer (oft einfach GRINGOS genannt, obwohl dies eine Bezeichnung für US-Amerikaner ist) viel Geld haben. Dementsprechend kommt es öfters vor, dass ich nach Geld, nach einer Cola oder meinen Schuhen gefragt werde.
Eine lustige Begebenheit war, als ein gleichaltriger Junge auf mich zukam und mich zur Seite bat um zu fragen: „Hey, kann ich dein Freund sein? Also wir beide, können wir Freunde sein?
So Freunde, die sich unterhalten, damit ich auch mal hier herkommen kann und wir uns unterhalten?“
Jedes Mal wenn er mich sieht, erklärt er allen, dass wir gute Freunde seien. Das ist echt lustig und nett. Zuerst dachte ich, dass er was von mir haben will und deswegen mein „Freund“ sein wollte. Aber bisher macht es doch nicht den Anschein, und man will ja nicht gleich voreingenommen sein. Was die Pünktlichkeit angeht, dieses Wort muss für die Bocachiceños noch erfunden werden. Es kam schon mehr als einmal vor, dass ein Treffen mit einem Freund mal unbesprochen um eine Woche verschoben wurde. Wenn es heißt, dass wir uns um 5 Treffen, bedeutet das noch lange nicht, dass dann auch alle beteiligten erscheinen. Dann wird leicht aus 5 Uhr 9 Uhr oder eben nächste Woche. Dass diese Person dann stattdessen gerade Fußball spielt oder fernsieht, braucht einen nicht zu erstaunen.
Trotz all dieser Gewohnheiten, die für mich als Europäer oft unverständlich sind, empfinde ich die Menschen größtenteils als sehr offen und warmherzig. Ich fühle mich unter ihnen sehr wohl, auch wenn ich des Öfteren einfach nur mal gerne alleine wäre. Dieser Wunsch wird aber nur sehr selten erfüllt.
Jetzt ist mein Bericht doch etwas länger ausgefallen als ich dachte und ich habe immer noch vieles zu erzählen. Sicherlich, oder besser gesagt – hoffentlich – interessiert es den ein oder anderen auch, was meine Tätigkeit hier angeht. Was ich hier so arbeite, wie der Bau der Klinik voran geht und wie mein Tag so gestaltet ist. Würde ich das alles in diesen Bericht packen, denke ich, dass es den Rahmen sprengen würde. So belasse ich es diesmal bei dem interkulturellen Teil meiner Erlebnisse hier und im nächsten Bericht gebe ich einen genaueren Einblick in mein Arbeitsfeld und wie ich mich hier einbringe!
Ich hoffe, dass ich euch ein wenig an meinen Erfahrungen teilnehmen lassen konnte, und der mehr oder weniger lange Text nicht allzu langweilig war.
Ich habe es auch geschafft, ein paar Bilder auf meinen Blog hochzuladen, damit ihr auch mal in Farbe seht, wie es hier so ist.
Wie immer freue ich mich auch über Rückmeldung! Wer genaueres wissen möchte muss selbstverständlich nicht auf den nächsten Bericht warten, sondern kann ein persönliches E-Mail von mir erwarten!
Vielen Dank fürs Lesen, liebe Grüße und Gottes Segen!
Euer Thomas
Bildergallerie
Oktober 24, 2009Hallo,
ich habe mir gedacht, ich nutze die Zeit in Cartagena an einem sonnigen Samstagmorgen und lade ein paar Bilder in die Bildergallerie!
Viel Spass beim anschauen!
Thomas























Verfasst von Thomas 











































